Hochbunker Penthouse inmitten von Wohnhäusern in Hamburg, Holzkonstruktion mit Photovoltaik, Solarthermie und Dachbegrünung.
Standort

Hamburg

Jahr

2016 – 2019

Fläche

220 m²

Auftraggeber

Privat

Leistung

Leistungsphase 1-9, §34 HOAI

Hochbunker Penthouse

Der Hochbunker aus dem Jahr 1943 ist eine 3-geschossige Stahlbetonkonstruktion mit einer Höhe von 10,5m und steht inmitten eines Baublocks eines beliebten Hamburger Stadtteils zwischen Wohn-, Büro und Geschäftshäusern und in direkter Nachbarschaft zum Hamburger Stadtpark. 
Das auf der Bunkerdecke, dem sogenannten „Deckel“ des Hochbunkers, errichtete Penthouse überragt die 1,40 m starke und 300 m² große Bunkerdecke. Die Holzkonstruktion des nachhaltigen Penthouses bietet 170 m² Wohnraum und 50 m² Terrasse. Die Holzkonstruktion wurde aus individuell entworfenen, vorgefertigeten Elementen errichtet. 

Nachhaltigkeit auf dem Hochbunker

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und gilt als klimaneutral und ökologisch. Bei der Verwendung von Holz als Baustoff bleibt der Kohlenstoff gebunden. Das nachhaltige Penthouse hat eine Holzkonstruktion mit extensiver Dachbegrünung.

Ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt ist das Energiekonzept. Das Penthouse nutzt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung und Brauchwassererwärmung. Das Wärmepumpensystem bezieht seine Wärmeenergie über einen Luftkollektor und Eisspeicher. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt das Gebäude mit regenerativ erzeugtem Strom.

Aufwändige Bohrungen in die 1,10m starke Wand des Hochbunker

Die Öffnungen in den Bunkerwänden wurden mittels einer Diamantseilsäge hergestellt. Hierfür waren zahlreiche Seilschnitte erforderlich, um transportable Betonblöcke entnehmen zu können. 

Hochbunker in Hamburg

In Hamburg wurden im Zweiten Weltkrieg mehr Bunker errichtet als in jeder anderen Stadt. Schätzungen gehen von 1200 Bunkern und bunkerähnlichen Schutzräumen aus. Hochbunker gab es im gesamten Stadtgebiet, vor allem in den dicht besiedelten innerstädtischen Wohnquartieren von Altona über Eimsbüttel, Barmbek bis Hamm oder Wandsbek. Im Jahr 2018 gab es noch ungefähr 650 Bunker, darunter 57 Hochbunker (Quelle: Wikipedia). Ein Hochbunker ist, im Gegensatz zu einem Tiefbunker, überirdisch errichtet. Bunker sind aus unterschiedlich dicken Stahlbetonwänden gebaut. Je nach Gebäudetyp waren in der Zeit des Zweiten Weltkriegs die Außenmauern und der Deckel (die verbunkerte Decke) eines Hochbunkers zwischen 1,10 und 5,00 m dick. Die Wandstärke für Hochbunker der ersten Bauphase um 1940 betrug 1,10 Meter, die Abschlussdeckenstärke 1,40 Meter.

Hochbunker Penthouse Ansicht Ost von rmplusarchitecture
Hochbunker Penthouse Ansicht Süd
Hochbunker Penthouse Grundriss. Das Penthouses überragt Bunkerdecke.

Eindrücke Hochbunker Penthouse

Holzausbau Hochbunker Penthouse

Der Baufortschritt des Penthouses auf dem Hochbunker